Landesverband Hessen

Stellungnahme

zur aktuellen Reduzierung des Ausbildungsfaktors in der Lehrkräfteausbildung

Die Qualität der Ausbildung wird leiden  

und damit auch die Qualität des zukünftigen Musikunterrichts

Mit großer Sorge nehmen wir die gerade durchgeführte Reduzierung des Ausbildungsfaktors von 4,9 auf 4,3 zur Kenntnis. Eine solche Kürzung bedeutet faktisch eine massive Einsparung im Bereich der Lehrkräfteausbildung – mit absehbaren und gravierenden Folgen für die Qualität von Ausbildung und Unterricht.

Die Absenkung dieses Faktors führt unmittelbar zu einer deutlich geringeren Ausbildungszeit pro Lehrkraft im Vorbereitungsdienst. Gleichzeitig bedeutet die Arbeitsverdichtung für die Ausbilderinnen und Ausbilder im Umfang von vier Stunden eine deutliche Einschränkung der Beratungskapazitäten. Individuelle Begleitung, intensive Unterrichtsbesprechungen und gezielte Förderung werden zwangsläufig reduziert. Dies stellt einen klaren Qualitätsverlust in der Ausbildung dar, ein Effekt, der sich in der Ausbildung der LiV im Quereinstieg mit einem Fach noch verstärkt, zumal hier erhöhte Anforderungen gelten und anders als in anderen Bundesländern kein vorausgehender Quereinstiegs-Masterstudiengang angeboten wird.

Ein Qualitätsverlust in der Ausbildung bleibt nicht folgenlos – er schlägt unmittelbar auf die Unterrichtsqualität der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst durch. Wenn Ausbildungszeit gekürzt und Beratungskapazitäten eingeschränkt werden, wird nicht nur „etwas weniger intensiv“ gearbeitet, sondern es gehen zentrale Elemente professioneller Entwicklung verloren. Pädagogische Reflexion, differenzierte Unterrichtsanalyse und individuelle Förderung werden zwangsläufig reduziert. Das Ergebnis ist absehbar: eine Schwächung der fachlichen und didaktischen Kompetenz – und damit ein spürbarer Qualitätsverlust im Unterricht an unseren Schulen.

Gleichzeitig führt die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung der Ausbildenden bei unverändertem oder sogar ausgeweitetem Einsatz im Studienseminar zu einer strukturellen Überlastung. Diese Doppelbelastung produziert nicht nur organisatorische Engpässe und erhöhten Stundenausfall, sondern entzieht dem System auch die notwendige Zeit für Fortbildung, konzeptionelle Weiterentwicklung und Qualitätssicherung. Statt nachhaltiger Professionalisierung entsteht ein permanenter Mangelzustand – mit langfristigen negativen Folgen für die gesamte Lehrkräfteausbildung.

Die Tätigkeit als Fachleiterin oder Fachleiter ist eine fachlich hochqualifizierte, pädagogisch verantwortungsvolle und zugleich äußerst anspruchsvolle Aufgabe. Sie lebt von Professionalität, Engagement und der Bereitschaft, junge Lehrkräfte intensiv zu begleiten und zu fördern. Gerade weil diese Arbeit so verantwortungsvoll ist, braucht sie verlässliche Rahmenbedingungen und ausreichende Ressourcen.

Wird die Arbeitsbelastung jedoch weiter verdichtet, ohne entsprechende Entlastung oder Anerkennung zu schaffen, verliert diese anspruchsvolle Tätigkeit zwangsläufig an Attraktivität. Die Gewinnung qualifizierter und erfahrener Lehrkräfte für diese Aufgabe wird erheblich erschwert. Gleichzeitig leiden unter solchen Bedingungen auch die sorgfältige Einarbeitung und kontinuierliche Fortbildung neuer Ausbildungskräfte. Wer höchste Professionalität erwartet, darf die strukturellen Voraussetzungen dafür nicht systematisch verschlechtern.

Wer an der Lehrkräfteausbildung spart, spart an der Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler. Qualität in der Bildung entsteht nicht durch Verdichtung, sondern durch ausreichende Zeit, Ressourcen und professionelle Begleitung.

Wir appellieren daher eindringlich, die geplante Kürzung zu überdenken und die Qualität der Lehrkräfteausbildung nicht kurzfristigen Einsparzielen zu opfern.

 

Ausbildungskräfte GHRF und GYM auf dem Fachforum Musik im Februar 2026

SCHULEN IN HESSEN MUSIZIEREN

Schon einmal vormerken!

Wir freuen uns auf unser diesjähriges Konzert 

im Friedrich von Thiersch-Saal des Kurhauses Wiesbaden

am 27.05. 2026

um 19:00 Uhr 

 

Veranstalter: BMU Landesverband Hessen 

in Verbindung mit dem Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

sowie dem Bärenreiter-Verlag 

 

 

Landesmusikrat Hessen e.V.

Pressemitteilung zur bevorstehenden Unterzeichnung des Hochschulpaktes 2026-2030

Impressionen vom Landeskonzert 2025

Das Landeskonzert "Schulen in Hessen musizieren" fand am 15. Mai vor ausverkauftem Hause statt.
Hier sehen Sie ein paar eilig zusammengestellte Bilder, die einen Eindruck von der Veranstaltung vermitteln sollen.

Auf den Seiten des Ministeriums für Bildung und Chancen finden Sie eine Pressemitteilung dazu.

 

Musik verbindet – junge Talente verzaubern das Kurhaus Wiesbaden

Landeskonzept „Schulen in Hessen musizieren“ begeistert mit musikalischer Vielfalt und Leidenschaft

Freie Plätze suchte man beim ausverkauften Landeskonzept „Schulen in Hessen musizieren“ im Wiesbadener Kurhaus vergebens. Rund 420 Schülerinnen und Schüler aus allen Teilen Hessens machten am Donnerstagabend das prunkvolle Wiesbadener „Schatzkästchen“ zum Zentrum schulischer Musikkultur. In acht Ensembles präsentierten sich Kinder und Jugendliche verschiedenster Schulformen und sorgten mit ihrer Begeisterung und ihrem Können für Gänsehautmomente im Friedrich-von-Thiersch-Saal.

Unter den Augen von rund 850 Zuschauerinnen und Zuschauern eröffneten das „Schulorchester Plus“ der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule Ober-Ramstadt (Leitung: Krista Schulte, Jürgen Schönig) sowie die „Hirschbachforellen“ (Leitung: Annette von Falkenhausen) der Hirschbachschule Reinheim das Konzert. Ihre energiegeladenen Beiträge wurden mit stürmischem Applaus belohnt.

Geboten wurde dem Publikum eine kaleidoskopartige Vielfalt, welche eindrucksvoll zeigte, welch breites Spektrum an musikalischer Ausdruckskraft an Hessens Schulen gepflegt wird – von sinfonischen Klängen über mitreißende Rhythmen bis hin zu feinen Vokalstücken. Zu den absoluten Höhepunkten des Abends zählten sicherlich das Jugendsinfonieorchester der Edertalschule Frankenberg unter der Leitung von Martin J. Fischer sowie die Big Band der Heinrich-Schütz-Schule Kassel unter Leitung von Christian Hanf sowie Bernd Trusheim, die vom Publikum mit frenetischem Beifall gefeiert wurden. Nicht minder beeindruckend waren die Vorstellungen des Orchesters des Gymnasium Nord, der Liebigschule Frankfurt und des Lycée français international Victor Hugo (Leitung: Nadine Maurer, Katja Schilling, Sophie Juhasz), der Singklasse 6 der Philipp-Reis-Schule Friedrichsdorf (Leitung: Michael Hollenstein), der JGH Groove GmbH Ed. 6C des Johanneum Gymnasium Herborn (Leitung: Dagmar Thesen) und der „Elly Phonics“ der Elly-Heuss-Schule Wiesbaden (Leitung: Alexandra Schwalbe). Dass auch bei längeren Umbauphasen keine Langeweile aufkam, war vor allem dem Landeskoordinator von „Schulen in Hessen musizieren“, Tilman Jerrentrup, zu verdanken, der souverän mit Interviews und interessanten Hintergrundinformationen die Pausen überbrückte.

Seit 1978 ist „Schulen musizieren“ ein bundesweites Projekt des Bundesverbands Musikunterricht. Es bietet Schülerensembles die Bühne, ihre musikalische Arbeit auf regionaler und Landesebene zu präsentieren. Auch das Landeskonzept in diesem Jahr zeigte auf eindrucksvolle Weise, welch inspirierende Kraft in der schulischen Musikförderung steckt – für das Publikum, für die Beteiligten und für die Zukunft kultureller Bildung in Hessen.

 

Sebastian Krämer

 

Infotag Lehramt Musik

Wer mit dem Gedanken liebäugelt, Musik zum Beruf zu machen, bietet die Musikhochschule Frankfurt die Gelegenheit, sich ausführlich zu informieren. Der Infotag Lehramt Musik findet zweimal jährlich statt. Hier kann man sich über die Lehramtsstudiengänge an der HfMDK Frankfurt informieren, Fragen zur Eignungsprüfung stellen und auf dem Instrument vorspielen oder vorsingen. Persönliche Beratung und Tipps inklusive.

Wer noch nicht sicher ist, welches Lehramt das richtige ist, sollte die Webseiten der Lehramtsstudiengänge besuchen.

Für die Vorbereitung auf eine Bewerbung sollte man den Seitenabschnitt Eignungsprüfung genauer anschauen.

 

Musikalische Bildung in der Grundschule

zur Stärkung der Musik im Koalitionsvertrag der neuen hessischen Landesregierung

Der BMU Landesverband Hessen nimmt wahr, dass die neue hessische Landesregierung im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD für die 21. Legislaturperiode die Bedeutung kultureller Bildung anerkennt und zusagt, die erfolgreichen und etablierten Programme musikalischer Bildung zu fördern.
Wir als Verband sehen eine große Stärke der musikalisch-kulturellen Bildung in Hessen vor allem in der breiten Streuung und Schwerpunktsetzung in unterschiedlichen musikalischen Zusammenhängen. Über viele Jahre sind großartige Projekte und Programme wie JeKi, ZusammenSpiel Musik, die Musikalischen Grundschulen, Primacanta, die Musikmentor*innen Hessen, die Schulen mit Schwerpunkt Musik und vieles mehr entstanden und gewachsen, die Schülerinnen und Schülern ganz unterschiedliche, erfahrungsbezogene Zugänge zur Musik eröffnet haben und weiterhin einer finanziellen Förderung bedürfen, um erfolgreich in der schulischen Praxis zu wirken.

Im Koalitionsvertrag wird auch der Start eines Blockflötenprojekts mit Schulanfängerinnen angekündigt, was eine große Resonanz in der Presse erfahren hat. ....

Lesen Sie hier die vollständige Stellungnahme des BMU LV Hessen

Arbeitskreis Kompositionspädagogik

Kolleginnen oder Kollegen, die Interesse an Kompositionspädagogik haben und an einem Musterlehrplan mitarbeiten möchten, sind eingeladen, sich an einem entsprechenden Arbeitskreis zu beteiligen.

Lesen Sie hier das Einladungsschreiben.

Fortbildungsangebote des BMU Hessen

Auch in diesem Schuljahr können Sie die Abrufangebote des BMU-Landesverbands Hessen in Anspruch nehmen - natürlich unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen. Sie finden eine Übersicht und Kontaktinformationen auf dieser Seite.